Fotoarbeit "Atlantikwall"
Bretagne, Frankreich 2006

"Der Bunker des Atlantikwalls warnt uns weniger vor dem Gegner aus vergangenen Zeiten als vor dem Krieg von heute und morgen:
vor dem totalen Krieg, dem überall vorhandenen Risiko, der Unmittelbarkeit der Gefahr, der großen Verschmelzung des Militärischen und des Zivilen, der Homogenisierung des Konflikts. Wenn man die zur Hälfte vergrabene Masse eines Bunkers mit seinen verstopften Belüftungsanlagen und dem schmalen Schlitz des Beobachtungspostens betrachtet, dann schaut man in einen Spiegel und gewahrt das Spiegelbild unserer eigenen Todesmacht, unserer eigenen Destruktivität, das Spiegelbild der Kriegsindustrie. Der Bunker ist anwesender und abwesender Mythos zugleich geworden: anwesend als für eine transparente und offenen zivile Architektur abstoßendes Objekt, abwesend in dem Maße, in dem sich die Festung von heute woanders befindet, unter unseren Füßen, von nun an unsichtbar"

Paul Virilio
in
"Bunkerarchäologie"